Restaurantführer Mallorca: von Sterneküche bis Celler

Mallorcas Gastronomie hat sich in den letzten fünfzehn Jahren stärker verändert als fast alles andere auf der Insel. Neben die Strandrestaurants und die Dorfwirtschaften ist eine Sterneküche getreten, die international wahrgenommen wird – und die traditionelle Küche hat davon eher profitiert als gelitten. Dieser Überblick sortiert das Feld.

Die Sternehäuser

An der Spitze steht seit einigen Jahren unangefochten Voro in Canyamel in der Gemeinde Capdepera. Das Haus von Álvaro Salazar ist in der Ausgabe 2026 des Guide Michelin das einzige Restaurant der Insel mit zwei Sternen. Salazar verbindet seine andalusische Herkunft mit balearischen Produkten; der Guía Repsol hat das Restaurant 2026 zusätzlich mit drei Soles ausgezeichnet, der höchsten Stufe dieses spanischen Führers.

Darunter liegt eine breite Gruppe von Ein-Stern-Häusern, die sich über die ganze Insel verteilt. In Palma sind das Marc Fosh, Dins by Santi Taura und Zaranda unter Fernando Arellano. Im Südwesten führt Jordi Cantó die Küche von Sa Clastra im Castell Son Claret bei Es Capdellà, dazu kommt Es Fum im Hotel Mardavall. Im Süden steht Andreu Genestra in Llucmajor, im Norden Maca de Castro in Port d’Alcúdia und Fusión 19 in Playa de Muro, an der Westküste Béns d’Avall bei Sóller, wo Benet Vicens seit Jahrzehnten kocht.

Interessanter als die Sterne selbst ist eine zweite Auszeichnung: der Grüne Stern für nachhaltige Gastronomie. Ihn tragen auf Mallorca unter anderem Andreu Genestra, Béns d’Avall und Ca na Toneta; neu hinzugekommen ist Terrae in Port de Pollença unter David Rivas. Für eine Insel, die einen erheblichen Teil ihrer Lebensmittel importiert, ist das eine Kategorie mit Gewicht.

Die Cellers: Tradition im Landesinneren

Wer die andere Seite der mallorquinischen Küche kennenlernen will, fährt ins Landesinnere. Die Cellers sind ehemalige Weinkeller, die zu Restaurants wurden – hohe Gewölbe, mächtige Holzfässer an den Wänden, Papiertischdecken und eine Karte, die sich seit Jahrzehnten kaum ändert. Inca ist die bekannteste Celler-Stadt der Insel, aber auch in anderen Orten des Inselinneren finden Sie diesen Typus.

Was hier auf den Tisch kommt, ist Bauernküche: kräftig, fleischlastig, in Portionen bemessen, die nach einem Arbeitstag auf dem Feld gedacht waren. Wer mittags in einem Celler isst, plant für den Nachmittag besser nichts Anspruchsvolles ein.

Fünf Gerichte, die Sie probiert haben sollten

Tumbet ist das mallorquinische Gemüsegericht schlechthin: Kartoffeln, Auberginen und Zucchini, geschichtet und im Ofen gegart, dazu geröstete Paprika, Knoblauch und Tomate. Es gibt Varianten mit Fleisch oder Fisch, die vegetarische ist die klassische.

Arròs brut, wörtlich „schmutziger Reis“, kommt meist im Tontopf: Reis in kräftiger Brühe mit Gemüse, Fleisch und Innereien, die dem Gericht seine dunkle Farbe geben. Ein Winteressen.

Frit mallorquí ist die Pfannenversion desselben Prinzips – Innereien, Kartoffeln, Paprika und Fenchel, scharf angebraten. Nicht jedermanns Sache, aber eines der ehrlichsten Gerichte der Insel.

Sobrassada, die weiche, mit Paprika gewürzte Streichwurst, essen Sie am einfachsten roh auf Brot. Sie taucht auf Mallorca aber in erstaunlich vielen Zusammenhängen auf, bis hin zu Süßspeisen.

Ensaïmada schließlich ist das Gebäck, das jeder vom Flughafen kennt: ein spiralförmiger Hefeteig, klassisch mit Puderzucker bestäubt. Frisch aus einer guten Bäckerei hat sie mit der Version aus der Geschenkschachtel wenig zu tun.

Der Wein dazu

Mallorca hat zwei eigene Herkunftsbezeichnungen. Die D.O. Binissalem liegt im Zentrum der Insel und ist vor allem für Rotweine aus der einheimischen Rebsorte Manto Negro bekannt. Die D.O. Pla i Llevant erstreckt sich über den Osten und bringt Rote, Weiße und Rosés hervor; neben Manto Negro spielt hier die Sorte Callet eine Rolle. Dazu kommen zahlreiche Weingüter außerhalb der beiden Denominationen, unter anderem an der Nordküste und in der Serra de Tramuntana.

Praktisch heißt das: Die Weinkarte eines guten mallorquinischen Restaurants führt Sie durch eine Region, die Sie in Deutschland kaum im Supermarkt finden. Wer sich einlesen will, fährt eine der Weinrouten im Inselinneren ab – die Güter liegen dicht beieinander und die meisten empfangen Besucher.

Märkte statt Restaurants

Wer selbst kocht, kommt an den Markthallen nicht vorbei. Der Mercat de l’Olivar an der Plaça de l’Olivar in Palma ist der größte und wichtigste Markt der Insel; unter einem Dach reihen sich über hundert Stände mit Obst, Gemüse, Fleisch, Geflügel, Fisch, Meeresfrüchten, Käse und Wurstwaren, dazu ein umfangreiches gastronomisches Angebot mit Wein und Tapas. Etwas kleiner und im Charakter jünger ist der Mercat de Santa Catalina im gleichnamigen Viertel, wo neben frischen Produkten Stände mit Tapas, Sushi und Säften stehen.

Für Eigentümer ist das mehr als eine Sehenswürdigkeit: Beide Märkte sind reguläre Einkaufsorte, und die Qualität an den Fisch- und Fleischtheken liegt deutlich über dem, was der Supermarkt an derselben Straße führt.

Praktische Hinweise

Drei Dinge unterscheiden das Essengehen auf Mallorca vom deutschsprachigen Alltag. Erstens die Uhrzeiten: Vor 20:30 Uhr ist in vielen guten Häusern wenig los, und die Küche schließt entsprechend spät. Zweitens die Saison – ein erheblicher Teil der Restaurants an der Küste macht im Winter mehrere Wochen bis Monate zu, während die Lokale in Palma und im Inselinneren ganzjährig geöffnet sind. Wer im Januar unterwegs ist, prüft das besser vorher.

Und drittens die Reservierung. Bei den Sternehäusern ist sie in der Hochsaison Wochen im Voraus nötig; bei den Cellers und guten Dorfrestaurants gilt das sonntagmittags ebenso, weil dann die mallorquinischen Familien kommen. Genau das ist übrigens das verlässlichste Qualitätsmerkmal, das Sie auf dieser Insel finden können: Wo am Sonntag drei Generationen an einem Tisch sitzen, stimmt die Küche.

Immobilien-Transfer auf Mallorca: eine erste Orientierung

„Transfer“ klingt nach einem einzelnen Vorgang. Tatsächlich ist der Eigentumsübergang bei einer Immobilie auf Mallorca eine Kette von Schritten, an der mehrere Stellen beteiligt sind – und die für Käufer aus dem deutschsprachigen Raum an einigen Punkten anders funktioniert als zu Hause. Dieser Beitrag gibt eine erste Orientierung: Er erklärt, wer beteiligt ist und welche Stationen üblicherweise durchlaufen werden. Er ersetzt keine Beratung, und er nennt bewusst keine Zahlen – warum, dazu weiter unten mehr.

Wer beteiligt ist

Vier Rollen tauchen in fast jedem Vorgang auf.

Das Notariat (notaría) beurkundet den Kaufvertrag. Der spanische Notar ist Amtsträger und zur Neutralität verpflichtet; er berät nicht einseitig für Sie. Das ist ein wichtiger Unterschied zu dem, was viele erwarten: Der Notar prüft die Beurkundungsfähigkeit, nicht die Frage, ob der Kauf für Sie eine gute Idee ist.

Das Registro de la Propiedad, das Eigentumsregister, führt Buch darüber, wem was gehört und welche Belastungen darauf liegen. Der Registerauszug, die Nota Simple, enthält typischerweise die Beschreibung des Objekts, die eingetragenen Eigentümer sowie Angaben zu Rechten, Beschränkungen und Belastungen wie Hypotheken oder Pfändungen. Sie ist das erste Dokument, das man sich in der Praxis ansieht.

Eine Gestoría ist ein Dienstleister für Verwaltungsabwicklung – Anträge, Anmeldungen, Behördengänge. Viele Abläufe, die man theoretisch selbst erledigen könnte, laufen in Spanien üblicherweise über eine Gestoría, einfach weil sie die Wege kennt.

Ein Abogado, also ein Rechtsanwalt, vertritt im Unterschied zum Notar ausschließlich Ihre Interessen. Bei grenzüberschreitenden Käufen ist das die Stelle, die Vertragsentwürfe prüft, Risiken benennt und Sie berät, bevor unterschrieben wird.

Die typischen Stationen

In der Praxis folgt ein Eigentumsübergang meist diesem Muster:

Unterlagen prüfen. Vor allem anderen steht die Frage, was tatsächlich verkauft wird und in welchem rechtlichen Zustand. Neben der Nota Simple geht es dabei üblicherweise um Bauunterlagen und Genehmigungen, die Übereinstimmung von Register-, Katasterdaten und tatsächlichem Baubestand sowie um laufende Verpflichtungen der Immobilie.

Vorvertragliche Bindung. Zwischen Einigung und Beurkundung liegt in Spanien oft ein Vorvertrag, häufig als contrato de arras ausgestaltet. Er hält Kaufgegenstand, Preis und Zeitplan fest und regelt, was passiert, wenn eine Seite abspringt. Die konkreten Folgen richten sich danach, wie der Vertrag ausgestaltet ist – hier lohnt genaues Lesen besonders.

Beurkundung. Der eigentliche Übergang wird in einer notariellen Kaufurkunde festgehalten, der escritura pública de compraventa. Beim Termin selbst werden Kaufpreiszahlung, Schlüsselübergabe und Unterzeichnung üblicherweise zusammengeführt.

Eintragung. Damit der Eigentumswechsel gegenüber Dritten wirkt, wird die Urkunde beim Registro de la Propiedad eingetragen. Diese Eintragung ist der Schritt, der den Vorgang nach außen abschließt.

Ummeldungen. Zum Schluss stehen die praktischen Dinge an: Strom, Wasser, gegebenenfalls Gemeinschaftsverwaltung und die laufenden kommunalen Abgaben müssen auf den neuen Eigentümer umgeschrieben werden.

Was ausländische Käufer zusätzlich einplanen

Für Käufer ohne spanische Staatsangehörigkeit spielt in der Praxis die NIE eine Rolle, eine Identifikationsnummer für Ausländer, die bei behördlichen und finanziellen Vorgängen in Spanien regelmäßig verlangt wird. Wie sie beantragt wird und was dafür vorzulegen ist, hängt davon ab, wo und in welcher Situation Sie den Antrag stellen. Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, arbeitet häufig mit einer Vollmacht – auch das ein Punkt, der frühzeitig geklärt sein sollte, weil Beglaubigung und gegebenenfalls Übersetzung Zeit kosten.

Register und Kataster sind nicht dasselbe

Ein Punkt, an dem sich deutschsprachige Käufer regelmäßig verheddern: In Spanien führen zwei verschiedene Stellen Daten über dieselbe Immobilie. Das Registro de la Propiedad ist das Rechtsregister – es dokumentiert Eigentum und Belastungen. Der Catastro, das Kataster, ist die vor allem steuerlich und geografisch geprägte Erfassung von Lage, Fläche und Beschreibung eines Grundstücks.

Beide sollten dieselbe Immobilie beschreiben, tun es aber nicht immer. Abweichungen zwischen Register, Kataster und dem, was tatsächlich auf dem Grundstück steht, sind auf Mallorca keine Seltenheit – etwa nach Anbauten, Poolbauten oder Teilungen, die nie nachgeführt wurden. Solche Differenzen sind lösbar, aber sie kosten Zeit, und sie sollten vor der Beurkundung auf dem Tisch liegen, nicht danach. Fragen Sie Ihre Beratung ausdrücklich, ob Register, Kataster und Baubestand übereinstimmen.

Drei häufige Missverständnisse

„Solange nichts beim Notar unterschrieben ist, bin ich frei.“ Auch privatschriftliche Vereinbarungen können bindende Wirkung entfalten. Was ein Vorvertrag auslöst, ergibt sich aus seinem Inhalt – nicht daraus, ob ein Notar dabei war.

„Der Notar prüft das für mich.“ Er beurkundet und stellt die Identität und Geschäftsfähigkeit der Beteiligten fest. Ob der Preis angemessen, die Bausubstanz in Ordnung oder die Genehmigungslage sauber ist, prüft er nicht.

„Der Makler regelt den Rest.“ Ein guter Makler koordiniert und öffnet Türen. Die rechtliche Prüfung Ihres Kaufs ist aber eine eigene Leistung, die Sie eigenständig beauftragen sollten.

Warum hier keine Zahlen stehen

Bewusst finden Sie in diesem Beitrag keine Steuersätze, keine Gebührenhöhen und keine Fristen. Diese Größen unterscheiden sich danach, ob neu oder gebraucht gekauft wird, wer verkauft, wo die Immobilie liegt und wie der Einzelfall ausgestaltet ist – und sie ändern sich. Eine veraltete Prozentzahl in einem Blogbeitrag ist gefährlicher als gar keine Zahl, weil sie eine Sicherheit vortäuscht, die es nicht gibt. Verlassen Sie sich für alles, was Geld oder Fristen betrifft, auf eine tagesaktuelle Auskunft.

Der letzte Rat ist der wichtigste

Ein Immobilienkauf auf Mallorca ist gut beherrschbar, wenn er von Anfang an fachlich begleitet wird. Was hier steht, soll Ihnen helfen, die richtigen Fragen zu stellen und die Beteiligten einordnen zu können – mehr nicht. Lassen Sie Ihren konkreten Fall vor jeder Unterschrift von einem auf spanisches Immobilienrecht spezialisierten Rechtsanwalt oder einer Gestoría vor Ort prüfen.

Mandelblüte auf Mallorca: Wann und wo sie am schönsten ist

Es gibt auf Mallorca kein zweites Naturschauspiel, das so zuverlässig Menschen im Winter auf die Insel bringt wie die Mandelblüte. Zwischen Ende Januar und Anfang März überziehen weiße und blassrosa Blüten ganze Talsohlen, und das ausgerechnet in den Wochen, in denen die Insel sonst am leersten ist. Wer eine Immobilie auf Mallorca besitzt oder sucht, erlebt in dieser Zeit eine Landschaft, die mit den Postkartenmotiven des Sommers wenig gemein hat.

Wann genau blüht es?

Die kurze Antwort: Ende Januar bis Mitte Februar liegt in den meisten Jahren der Höhepunkt. Die längere Antwort ist unbefriedigender, aber ehrlicher: Es hängt vom Wetter ab. Die Blüte zieht sich insgesamt über einen Zeitraum von Januar bis März, und die eigentliche Blühphase eines Gebiets dauert je nach Witterung vier bis acht Wochen. Ein milder Januar zieht den Beginn vor, eine kalte Phase schiebt ihn nach hinten.

Dazu kommt die Höhenlage. In den tiefer gelegenen Ebenen des Inselinneren öffnen sich die Blüten früher als in den Hanglagen der Serra de Tramuntana. Wer flexibel ist, kann diesen Versatz nutzen: Was in der Ebene schon verblüht ist, steht weiter oben oft noch in voller Pracht.

Wo die Blüte am dichtesten ist

Die großen zusammenhängenden Mandelbestände liegen nicht an der Küste, sondern im Landesinneren. Als Kerngebiete gelten die Umgebung von Inca, Manacor, Llucmajor und Selva sowie die Gegend um Bunyola und Santa Maria del Camí. Eine klassische Route führt von Palma in Richtung Valldemossa; auch die Strecke zwischen Palma und Sóller ist bekannt für ihre Ausblicke über blühende Hänge. Im Inselosten sind die weiten Täler bei Son Servera einen Umweg wert.

Ein Tipp, der wenig kostet und viel bringt: Fahren Sie früh. Das Licht am Vormittag steht flacher, die Blüten wirken plastischer, und die schmalen Landstraßen sind noch nicht von Mietwagen verstopft.

Ein Schauspiel, das kleiner wird

Zur Ehrlichkeit gehört, dass die Mandelblüte auf Mallorca nicht mehr die ist, die sie vor zwanzig Jahren war. Die Anbaufläche auf den Balearen ist massiv zurückgegangen: Nach Angaben aus dem Sektor sind in knapp drei Jahrzehnten mehr als 50.000 Hektar Mandelanbau verloren gegangen, geblieben sind rund 14.000 Hektar. Allein in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren hat sich die Fläche etwa halbiert. Für das Wirtschaftsjahr 2026/27 rechnet der Sektor mit einem weiteren Rückgang der Mandelernte um gut zwölf Prozent.

Als Ursache wird häufig allein das Bakterium Xylella fastidiosa genannt, das vor einigen Jahren erstmals auf Mallorca nachgewiesen wurde und allein bei Mandelbäumen in mehr als 70 Fällen bestätigt worden ist. Fachleute des Pflanzenschutzdienstes widersprechen dieser Verkürzung allerdings ausdrücklich: Es gebe nicht die eine Ursache. Hinzu kommen die Folgen des Klimawandels, fehlende Hofnachfolger, die geringe Rentabilität der Ernte und der Bebauungsdruck auf den Inseln.

Auch die Zahl der Bäume selbst wird sehr unterschiedlich beziffert – je nach Quelle ist von mehreren Millionen die Rede, verlässlicher sind die Flächenangaben. Wichtiger als die genaue Zahl ist ohnehin die Richtung: Was heute blüht, ist bereits ein Rest dessen, was einmal war. Das ist kein Grund, die Blüte nicht zu genießen, aber ein guter Grund, sie nicht für selbstverständlich zu halten.

Was nach der Blüte kommt

Die Blüte ist der sichtbare Teil eines Arbeitsjahres, das die meisten Besucher nie zu sehen bekommen. Geerntet wird ab etwa Mitte August; die großen Plantagen folgen im September. Wo noch von Hand geerntet wird – die Bäume werden mit Stangen abgeschlagen und die Mandeln von Netzen oder Planen aufgelesen – zieht sich die Ernte über rund einen Monat.

Auf dem Teller begegnet Ihnen das Ergebnis fast überall. Der Gató d’ametla, der mallorquinische Mandelkuchen aus gemahlenen Mandeln, Eiern, Zucker und Zitronenschale, steht auf praktisch jeder Dessertkarte der Insel, klassisch begleitet von Mandeleis. Dazu kommen Mandellikör – Flor d’Ametla ist der bekannteste –, Mandelöl, Mandelblütenhonig und der Turrón, das Mandelkonfekt der Weihnachtszeit. Wer im Februar wegen der Blüte kommt, sollte diese Seite der Mandel nicht auslassen.

Rücksicht auf den Feldern

Fast alle Mandelhaine auf Mallorca sind bewirtschaftetes Privatland, auch dort, wo kein Zaun steht. Das schönste Motiv entsteht ohnehin vom Feldrand aus. Bleiben Sie auf Wegen, betreten Sie keine Plantagen für ein Foto, und stellen Sie Ihr Auto nicht in Feldzufahrten ab – Landwirte müssen auch im Februar durchkommen. In den betroffenen Gebieten gelten außerdem Auflagen zur Eindämmung von Pflanzenkrankheiten; Pflanzenmaterial mitzunehmen, ist keine gute Idee.

Der beste Nebeneffekt: die Nebensaison

Für alle, die sich mit Immobilien beschäftigen, hat die Blütezeit einen praktischen Vorzug. Februar ist Nebensaison. Straßen sind frei, Termine kurzfristig zu bekommen, und Sie sehen eine Immobilie unter Bedingungen, die der Sommerbesucher nie erlebt: bei tiefstehender Sonne, kühleren Nächten und mit dem realistischen Eindruck davon, wie sich ein Haus im Winter anfühlt. Wie viel Licht bekommt das Wohnzimmer im Februar? Wie kalt wird ein Steinhaus ohne Heizung? Wer eine Immobilie ganzjährig nutzen will, erfährt in diesen Wochen mehr als im August – und fährt nebenbei durch eine Insel in voller Blüte.

Fiestas auf Mallorca: Der Festkalender der Insel

Wer nur im Sommer auf Mallorca ist, bekommt vom Festkalender der Insel wenig mit. Die eindrucksvollsten Feste liegen im Winter und im Frühjahr, und sie sind keine Veranstaltungen für Besucher, sondern gewachsene Ortstermine, bei denen ganze Gemeinden auf der Straße stehen. Für Eigentümer und Zugezogene lohnt es sich, die wichtigsten Daten zu kennen – auch ganz praktisch, weil an diesen Tagen Straßen gesperrt sind und in manchen Orten die halbe Nacht durchgefeiert wird.

Januar: Feuer und Dämonen

Das Festjahr beginnt mit Sant Antoni am 16. und 17. Januar. Gefeiert wird der Schutzpatron der Tiere, und gefeiert wird mit Feuer: In den Straßen brennen die foguerons, große offene Feuerstellen, an denen gegrillt, getrunken und gesungen wird, während als dimonis verkleidete Gestalten durch die Menge ziehen. Am spektakulärsten ist das in Sa Pobla, Manacor und Artà, aber kaum ein Dorf lässt den Termin aus. Es ist das Fest, bei dem die ländliche Vergangenheit der Insel am deutlichsten sichtbar wird.

Wenige Tage später folgt Sant Sebastià, der Stadtpatron von Palma, dessen Festtag auf den 20. Januar fällt. Rund um dieses Datum verwandelt sich die Innenstadt für eine gute Woche in eine Bühne: Konzerte auf mehreren Plätzen gleichzeitig, Feuer auch hier, dazu ein dichtes Programm für alle Altersgruppen. Sant Antoni gehört den Dörfern, Sant Sebastià gehört der Stadt – der Kontrast ist Teil des Reizes.

Frühjahr: die Karwoche und das Firó

Die Semana Santa, auf Mallorca Setmana Santa, bringt in der Woche vor Ostern Prozessionen in nahezu jeden Ort. Die Stimmung ist eine völlig andere als im Januar: leiser, ernster, oft eindrucksvoll gerade durch die Zurückhaltung.

Ganz anders das Es Firó in Port de Sóller. Es findet am Montag nach dem zweiten Maisonntag statt und erinnert an den 11. Mai 1561, als die Bewohner einen Angriff nordafrikanischer Korsaren zurückschlugen. Der Hafen wird dafür zur Kulisse einer Nachstellung der Landung; Hunderte Beteiligte in historischen Kostümen liefern sich ein lautstarkes Gefecht zwischen „Mauren“ und „Christen“. Es ist das bekannteste Beispiel für die Moros i Cristians-Feste, die es in verschiedenen Orten der Insel gibt.

Sommer: Johannisnacht und La Patrona

In der Nacht zum 24. Juni, dem Johannistag, brennen an vielen Stränden der Insel Feuer – die Nit de Sant Joan ist einer der Termine, an denen sich die Küstenorte spürbar füllen.

Am 2. August feiert Pollença sein Patronatsfest zu Ehren der Mare de Déu dels Àngels, bekannt als La Patrona. Auch hier stehen sich Mauren und Christen gegenüber, und auch hier ist die Beteiligung der Bevölkerung so hoch, dass der Ort an diesem Tag praktisch nur zu Fuß funktioniert.

September: La Beata

Am ersten Sonntag im September richtet Santa Margalida die Festes de la Beata aus, das Fest zu Ehren von Santa Catalina Thomàs. Die 1531 in Valldemossa geborene und 1574 in Palma gestorbene Ordensfrau wurde 1792 seliggesprochen; seither begehen mehrere Gemeinden – neben Santa Margalida vor allem Valldemossa und Palma – ihren Festtag.

Der Ablauf in Santa Margalida ist berühmt: Am Morgen ziehen Dämonen mit Glocken durch die Gassen und wecken den Ort, am Abend folgt die Prozession, angeführt von der Beata, begleitet von Bauern in Tracht, Musikkapellen und Wagen, die Stationen aus ihrem Leben zeigen. Wer nur ein einziges Dorffest auf Mallorca sehen möchte, ist hier gut aufgehoben.

Der 31. Dezember: Festa de l’Estendard

Das Jahr endet, wie es begonnen hat – mit Geschichte. Die Festa de l’Estendard in Palma erinnert an den 31. Dezember 1229, den Tag, an dem König Jaume I. in Madina Mayurqa einzog. Sie gilt als eine der ältesten bürgerlichen Feiern Europas und steht als immaterielles Kulturerbe unter Schutz. Der Consell de Mallorca begeht denselben Tag als Diada de Mallorca, den Inseltag.

Was das für den Alltag bedeutet

Drei Dinge sind gut zu wissen. Erstens: Die genauen Termine der Ortsfeste verschieben sich, weil viele an Wochentage oder Sonntage gebunden sind statt an ein festes Datum – ein Blick in den Kalender der jeweiligen Gemeinde vor der Planung lohnt sich. Zweitens: An Festtagen sind Ortskerne oft weiträumig gesperrt, und das betrifft auch Zufahrten zu Wohnstraßen. Drittens, und das ist der eigentliche Punkt: Diese Feste sind der schnellste Weg, eine Gemeinde kennenzulernen. Wer überlegt, sich irgendwo auf Mallorca niederzulassen, erfährt an einem Festtag mehr über den Ort als bei drei Besichtigungen im August.

Golfplätze auf Mallorca: Ein Überblick nach Regionen

Mallorca gehört zu den wenigen Regionen Europas, in denen sich das Golfjahr nicht auf ein Sommerhalbjahr beschränkt. Die milden Winter machen Runden auch im Januar möglich, und genau das erklärt, warum sich auf einer Insel dieser Größe eine so hohe Dichte an Anlagen halten kann. Aktuelle Platzführer für die Saison 2026 zählen rund zwei Dutzend Golfplätze – für eine Insel von gut 3.600 Quadratkilometern eine bemerkenswerte Zahl.

Wenn Sie sich mit Immobilien auf Mallorca beschäftigen, lohnt der Blick auf diese Landkarte doppelt. Golfanlagen prägen ganze Wohnlagen: Sie bringen gepflegte Grünflächen, eine gewisse Bebauungsruhe und eine Infrastruktur aus Clubhäusern, Restaurants und Sportangeboten mit sich. Der folgende Überblick sortiert die Plätze nach Regionen.

Der Südwesten: die dichteste Konzentration

Zwischen Palma und Port d’Andratx liegen die Plätze am engsten beieinander. Golf Santa Ponsa führt hier gleich drei Anlagen, wobei Santa Ponsa I der bekannteste ist: Der Platz war mehrfach Schauplatz von Turnieren der European Tour, zuletzt beim Mallorca Golf Open 2021. Nur wenige Fahrminuten entfernt liegt der Real Golf de Bendinat, eingebettet in eine hügelige Wohnlage zwischen Palma und Portals Nous. Weiter westlich schließt Golf de Andratx an, weiter östlich T Golf Calvià, das viele Spieler noch unter dem früheren Namen Poniente kennen.

Für Eigentümer ist diese Ballung praktisch: Von einer Immobilie in Santa Ponsa, Bendinat oder Portals Nous aus erreichen Sie mehrere sehr unterschiedliche Plätze, ohne die Insel zu durchqueren.

Rund um Palma

Der Gürtel um die Inselhauptstadt ist die zweite Schwerpunktregion. Die Arabella-Anlagen Son Vida, Son Muntaner und Son Quint liegen fast in Sichtweite der Stadt und zählen zu den ältesten und bekanntesten Adressen der Insel. Etwas weiter östlich liegt Son Gual, ein vergleichsweise junger Platz, der in Ranglisten regelmäßig weit oben geführt wird und in seiner Anlage an Turnierplätze der European Tour angelehnt ist. Dazu kommen T Golf Palma bei Puntiró und der kleinere Platz Son Termes.

Der Süden

Südöstlich von Palma, in Richtung Llucmajor, liegen mit Son Antem gleich zwei 18-Loch-Plätze – der Ost- und der Westkurs – sowie Golf Maioris. Die Landschaft ist hier flacher und offener als im Westen, die Anfahrt von Palma und vom Flughafen aus kurz.

Der Osten

Im Inselosten verteilen sich die Anlagen weiter. Canyamel Golf und Capdepera Golf liegen im Nordosten nahe der Küste, Pula Golf und Golf Son Servera schließen südlich davon an, Vall d’Or Golf liegt bei Portocolom. Eine Sonderrolle spielt Reserva Rotana bei Manacor, ein privat geprägter Platz im Inselinneren.

Der Norden

Im Norden liegt mit dem Club de Golf Alcanada der Platz, der in Bewertungen am häufigsten an erster Stelle genannt wird. Er ist der einzige Platz der Insel unmittelbar am Meer; ein großer Teil der Bahnen bietet Blick über die Bucht von Alcúdia auf die kleine Insel Alcanada mit ihrem Leuchtturm, der zugleich das Logo des Clubs bildet. Ergänzt wird der Norden durch Golf Pollença, einen kürzeren, hügeligen Platz oberhalb der Stadt.

Was das für die Standortwahl bedeutet

Die Insel lässt sich golferisch in zwei Grundmuster teilen. Im Südwesten und rund um Palma wohnen Sie mitten in der Platzdichte – mehrere Anlagen liegen in kurzer Fahrdistanz, dafür sind die Lagen entsprechend nachgefragt. Im Osten und Norden ist die Auswahl geringer, die Umgebung dafür deutlich ruhiger und häufig ländlicher geprägt.

Ein zweiter Punkt, der oft unterschätzt wird: „Golfplatzlage“ ist kein einheitlicher Begriff. Ein Grundstück, das direkt an eine Bahn grenzt, hat andere Eigenschaften als eines im selben Wohngebiet ohne Platzberührung – von der Aussicht über die Einsehbarkeit bis zur Frage, wie früh am Morgen Pflegefahrzeuge unterwegs sind. Wenn Ihnen die Nähe zum Golf wichtig ist, lohnt es sich, bei einer Besichtigung gezielt danach zu fragen, wie das Grundstück tatsächlich zum Platz liegt.

Praktische Hinweise

Frühjahr und Herbst sind auf Mallorca die eigentliche Golfhochsaison – dann ist es weder zu heiß noch zu nass, und die Startzeiten sind entsprechend gefragt. Wer im Winter spielt, findet ruhigere Plätze vor, sollte aber einkalkulieren, dass einzelne Anlagen in dieser Zeit Pflegearbeiten durchführen. Startzeiten und Greenfees regeln die Clubs jeweils selbst und ändern sich saisonal; ein Blick auf die Website des jeweiligen Platzes vor der Anreise erspart Umwege.

Und noch ein Hinweis für alle, die neu auf der Insel sind: Die Fahrzeiten täuschen. Von Palma nach Alcanada oder nach Vall d’Or sind es jeweils etwa eine Stunde. Wer regelmäßig spielen möchte, tut gut daran, die Wohnlage nicht nur nach dem Lieblingsplatz auszuwählen, sondern nach der Region, in der er die meisten Runden verbringen wird.